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Wenn sie tanzte, war sie auf der Suche nach ihrer eigenen Geschichte. Cordelias Trauer war ihre Trauer. Kitris Freude war ihre Freude. Julias Liebe war ihre Liebe. Ihr Schmerz war es, der Giselles Schmerz erst lebendig machte und den Zuschauern Tränen in die Augen trieb. Im Tanz war die Liebe wahr, weil ihre Liebe zu Bryan wahr war. Auf der Bühne konnte sie zulassen, wozu ihr im Leben der Mut fehlte. Beim Tanzen war sie wie ein aufgeschlagenes Buch, das sie jedoch sofort wieder zuschlug, sobald sich der Vorhang senkte.                             

aus: "Verstummt", S. 439

                                                                                                                           


 
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